"Rio+20": Es grünt so grünBei der Großkonferenz Rio + 20 im kommenden Juni steht die so genannte Grüne Ökonomie im Mittelpunkt der Diskussionen. Was steckt hinter dieser Formel, die schon im Vorfeld des Gipfeltreffens die Gemüter heftig bewegt? | |
| Die einen sehen hinter der harmlosen Formel von der Grünen Wirtschaft ein neues kapitalistisches Trojanisches Pferd, für die anderen ist es der Weisheit letzter Schluss in Sachen nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung. Nicht nur Unternehmen, auch Staaten haben VerantwortungAuch wenn der hochtrabende Anspruch auf eine „Revolution“ aus dem Namen der neuen Strategie verschwunden ist, so bleibt sie einen glaubwürdigen Nachweis für ihre Umsetzbarkeit schuldig. Ein „grünes“ Investitionspaket ist noch kein Paradigmenwechsel. Die Grundannahmen der vorherrschenden Wirtschaftsideologie wie freier Handel und Wachstum bleiben unangetastet, was besonders in diesen Zeiten der Krisen zu großem Unmut in zivilgesellschaftlichen Kreisen führt, für die allein eine grundsätzliche Transformation des Wirtschaftssystems eine zukunftsweisende Alternative darstellt. Keine Gipfelkonferenz ohne GegengipfelSo wird auch in Rio eine große Zahl von VertreterInnen alternativer, globalisierungskritischer Bewegungen und Organisationen anwesend sein. Es bleibt zu hoffen, dass es ihnen gelingt, die Staatengemeinschaft zu zukunftsweisenden verbindlichen Beschlüssen zu drängen. Etwa dass im Abschlussdokument der Regierungen die soziale Gerechtigkeit als wichtiger Bestandteil einer zukunftsgerechten Entwicklung hervorgehoben wird. Oder dass die Staaten einen neuen Anlauf unternehmen, um die Unternehmensverantwortung international verbindlich festzulegen und eine Haftungspflicht bei ökologischen Schäden oder Menschenrechtsverletzungen einzuführen.
Kontakte und weitere Informationen: Alexander Egit, Geschäftsführer Greenpeace: alexander.egit@greenpeace.at, Tel.: 01/545 45 80 |
