Home

D

En

F

Es

30 Jahre Südwind

Am 8. und 9. Mai 2009 haben wir unseren runden Geburtstag mit zahlreichen Gästen gefeiert. Vielen Dank an alle, die mit uns gefeiert haben!

Südwind hat viele Gesichter, ...

Südwind hat viele Gesichter, ...

30 Jahre Entwicklungspolitik im eigenen Land
1979 war nicht nur das Jahr der Wahl Margaret Thatchers zur britischen Premierministerin, der Flucht des persischen Schahs ins Exil und der sandinistischen Revolution in Nicaragua. Es brachte uns auch die erste Welt-Klima-Konferenz, die dritte Regierungsperiode Bruno Kreiskys und die Gründung des Österreichischen Informationsdienstes für Entwicklungspolitik (ÖIE) – heute Südwind.

„Entwicklungspolitik im eigenen Land“ lautete die Devise des von einer Handvoll engagierten Menschen als Verein gegründeten ÖIE. Durch Informations- und Bildungsarbeit wollten sie Veränderungen im Norden und mehr Gerechtigkeit für den Süden erreichen.
„Es war die Spätphase der Kreiskyjahre, und Entwicklungspolitik hatte Konjunktur. Der ÖIE war dabei ein Nervenzentrum mitten in der Stadt“, erinnert sich der ehemalige ÖIE - Zivildiener und „Falter“ Herausgeber Armin Thurnher.

„Am Anfang war der ÖIE ein Tisch, an dem alle Platz nehmen konnten“, erzählt einer der Gründerväter und heutiger Dekan der katholischen Fakultät, Martin Jäggle. Platz genommen haben Katholische Organisationen ebenso wie sozialistische, die Junge ÖVP und linke Solidaritätsgruppen. An diesem Tisch wurden gemeinsame Aktionen ausgetüftelt, wurden Strategien überlegt und Differenzen ausgetragen.
 

...viele AktivistInnen,

...viele AktivistInnen,

Von der Jute zu Clean Clothes
Im Laufe der Jahre entstand eine breite Palette an gefragten Workshops für Schulen, interaktiven Ausstellungen sowie zahlreiche Kampagnen. Einige sind besonders in Erinnerung geblieben: "Jute statt Plastik"(1979), „Hunger ist kein Schicksal“(1980), "Stimmen für den Regenwald"(1992). Auf letztgenannte Initiative geht das „Klimabündnis“ zurück, die Partnerschaft zwischen indigenen Gemeinschaften am Amazonas und Gemeinden, Schulen, Betrieben in Europa. Südwind ist nun Gesellschafter des Klimabündnis.

Ende der 90er Jahre wurde auch der Verein ÖIE in „Südwind Entwicklungspolitik“ umbenannt und die „Südwind Agentur“ als gemeinnützige GesmbH gegründet. Die Anliegen und Arbeitsfelder sind gleich geblieben. Neu sind öffentlichkeitswirksame Aktionen, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen im Süden aufdecken. In Ecuador, zum Beispiel, besetzte ein Team von Südwind gemeinsam mit ArbeiterInnen zum Valentinstag die Straßen zum Flughafen von Quito - aus Protest gegen die unmenschlichen Bedingungen in der Blumenexportindustrie.

Eines der erfolgreichreichsten Programme ist die seit 2001 von Südwind koordinierte "Clean Clothes Kampagne (CCK)" für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie. Helmut Adam, Geschäftsführer von Südwind begründet den Erfolg: „Die CCK prangert unfaire Handels- und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen an. Wir schaffen Bewusstsein für Missstände und zeigen Alternativen – für Konsumenten, Konsumentinnen und die Wirtschaft.“
 

... viele Seiten,

... viele Seiten,

Von EPN zum Südwind-Magazin
Die von ÖIE publizierten Entwicklungspolitischen Nachrichten „EPN“ brachten manche Themen in Österreich als erstes Medium aufs Tapet - HIV/Aids etwa im Jahre 1987. Einen Beamten des Außenministeriums reizte das in einem Briefentwurf zur Feststellung, dass die EPN nichts Besseres zu tun hätten, als „sich über die Verwendung von Kondomen bei Prostituierten in Uganda den Kopf zu zerbrechen“. Die EPN heißen heute Südwind-Magazin und sind das führende deutschsprachige Magazin für internationale Entwicklung.

Südwind Buchwelt
Die Erste, die den Namen „Südwind“ trug, war die 1984 gegründete Buchhandlung in der Wiener Kleeblattgasse. Buchvertrieb und Verlag beim ÖIE waren aus allen Nähten geplatzt und verlangten nach neuen organisatorischen Strukturen. Einige Jahre danach kam es zur Fusionierung mit der katholischen „Buchwelt“ in der Schwarzspanierstraße. Anfang 2000 wurde der Laden in der Kleeblattgasse geschlossen und ein auf Weltmusik spezialisiertes Geschäft in der attraktiven Wiener Mariahilferstraße eröffnet.

Aktiv mit Südwind
In eine Krise geriet der ÖIE 1988. Erich Hochleitner wurde als neuer Leiter der Sektion Entwicklungshilfe im Außenministerium bestellt. Sein Ansinnen: Den ÖIE mit dem Abdrehen des Geldhahns zu liquidieren oder gehörig die Flügel zu stutzen. Es kam zu zahlreichen öffentlichen Solidaritätsbezeugungen. Organisationen und Menschen, die bei Gründung des ÖIE mit ihrer Mitgliedschaft gezögert hatten, traten nun dem Verein bei.

... und viele UnterstützerInnen!

... und viele UnterstützerInnen!

Die rund 1.500 Mitglieder sind die Basis für die Arbeit von Südwind. Das Budget kommt aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden sowie von der öffentlichen Hand.

Über 40 MitarbeiterInnen in ganz Österreich organisieren Aktionen und Ausstellungen, halten Workshops und Vorträge und informieren über globale Themen. Viele ehemalige Beschäftigte sind heute im öffentlichen Leben zu finden: Die Grünen Stefan Schennach, Ulrike Lunacek und Birgit Weinzinger engagierten sich im Südwind-Magazin und in Kampagnen. Margaretha Kopeinig, heute Europaspezialistin des Kuriers, war für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ein hoffnungsvoller Journalist und Jungliterat namens Christoph Ransmayr lief einem als Zivildiener über den Weg, ebenso Schriftsteller Erich Hackl. Die Regionalstelle Kärnten des ÖIE leitete Monika Kircher-Kohl, spätere Vizebürgermeisterin der Stadt Villach und heute Vorstandsvorsitzende von Infineon Österreich. Das ÖIE-Büro in Linz führte die spätere entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ im Nationalrat, Inge Jäger. Heute ist sie nach acht Jahren wieder ehrenamtliche Vorsitzende von Südwind.

„Die Herausforderungen sind groß. Wirtschaftskrise, Klimaerwärmung, Hungerrevolten zeigen, wir brauchen soziale, ökologische und ethische Regeln in der Globalisierung", erläutert Inge Jäger. So bemüht sich Südwind intensiv, die Öffentlichkeit mit Kampagnen, Bildungsangeboten und verschiedenen Medien über die komplexen Zusammenhänge der Globalisierung aufzuklären. Gleichzeitig bietet die Organisation aber auch Möglichkeiten selbst aktiv zu werden. Helmut Adam ist überzeugt: „Viele Menschen sind mit der derzeitigen Weltordnung nicht zufrieden und auf der Suche nach Alternativen. Das zeigt der Zuspruch, den unsere Kampagnen und Workshops derzeit erleben.“


 

WeltverbesserInnenfest
30 Jahre Südwind - Benefizabend

Ein voller Erfolg! Danke für die vielen Spenden!

Festveranstaltung
30 Jahre Südwind, Südwind Magazin & 25 Jahre Südwind Buchwelt

Am 09.05.09 nahmen wir unseren runden Geburtstag zum Anlass, Rückschau über 30 Jahre entwicklungspolitische Inlandsarbeit zu halten, strategisch in die Zukunft zu blicken und Danke zu sagen.