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Gestern und Heute: Für diese Eine Welt


Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren sind der Verein Südwind Entwicklungspolitik (vormals "Österreichischer Informationsdienst für Entwicklungspolitik", ÖIE) und seine Südwind Agentur in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für eine nachhaltige globale Entwicklung aktiv.

Gründungsphase des ÖIE/Südwind

Die Gründungsphase des ÖIE/Südwind datiert mit dem ersten Halbjahr 1979, sie verlief parallel zum Auslaufen der Hauptaktivitäten des österreichischen Jungendrats für Entwicklungshilfe (Bundesjugendring). Dessen Arbeit führte der ÖIE/Südwind zwar in gewisser Weise fort, doch unterschied er sich vom Bundesjugendring durch sein vollkommen neues organisatorisches Selbstverständnis. An dem Unternehmen beteiligten sich einerseits kirchliche Organisationen (IIZ, das AAI und die Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungsförderung Graz, evangelische Missionarische Dienste) und andererseits Einrichtungen wie die österreichische Hochschülerschaft, das Europahaus Eisenstadt, Jugendorganisationen (SJ, JVP), besonders aber auch eine ganze Reihe entwicklungspolitischer Arbeitskreise (Erklärung von Graz, Erklärung von Salzburg, IGLA). Darüber hinaus natürlich eine Anzahl persönlich interessierter Einzelpersonen aus verschiedenen Bereichen und Organisationen.Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich Ausgehend von der Überzeugung, dass Entwicklungspolitik im eigenen Land beginnt, da sie ihr volles Potential nur entwickeln kann, wenn sie von der österreichischen Zivilbevölkerung unterstützt und politisch eingefordert wird, machte es sich der Verein zu seiner Aufgabe, durch Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich, das Interesse der Bevölkerung für entwicklungspolitische Themen zu wecken. Schon unmittelbar nach seiner Gründung 1979 wurde der ÖIE wichtiger Dreh- und Angelpunkt der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Mit Kampagnen wie Jute statt Plastik (1979). Hunger ist kein Schicksal (1980) oder Stimmen für den Regenwald (1990) wurde der ÖIE/Südwind einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. So trat der ÖIE 1987 und 1989 mit einer großangelegten - später preisgekrönten - Inseratenkampagne an die Öffentlichkeit. „Das ist Resi“, „Das ist Herr Novotny“, „Das ist Mürzzuschlag“ - allesamt Hingucker, die zum Mittun aufriefen. Und schon damals wurde mit mit dem Plakat „Das ist ein Prozent“ die Erhöhung der Entwicklungshilfemittel gefordert. Die Verankerung entwicklungspolitischer Themen bzw. von Globalen Lernen im Unterricht, die Konzeption von Ausstellungen und workshops und die Erstellung von pädagogische Materialen wie „Dritte Welt im Unterricht“ war und ist seit Beginn Ziel der Arbeit von ÖIE/Südwind.
 
 
 

Gründung Südwind Agentur
Nach einer finanziellen Krise Ende der 80er Jahre, wurde der ÖIE 1996 umstrukturiert.  Heute kommt die Hälfte der finanziellen Mittel aus der Österreichischen Entwicklungspolitik im Außenministerium, ein Viertel aus EU-Projekten und ein Viertel aus Eigenmitteln. Doch auch die Organisationsstrukturen wurden durch eine Umbenennung der Trägerorganisation in Verein Südwind Entwicklungspolitik und der Gründung der GmbH Südwind Agentur verändert. Das Ziel dieser Veränderungen war es „(…) in einer Zeit, in der Entwicklungspolitik kein Thema ist, flexibel und kreativ globales Bewusstsein, verantwortungsvolle Entscheidungen sowie solidarisches Handeln zu fördern“ (Jahresbericht 1996). So konnten auch die ehrenamtlich Tätigen in der Vereinsorganisation von ihrer finanziellen Verantwortung zu entbunden werden.

 

Die Agentur sollte auch als Service- und Dienstleistungsunternehmen agieren, ein Konzept, dass sich in der Realität aber nur zu einem Teil verwirklichen konnte. Die Konflikte um die Agenturgründung haben dann letztlich auch zu einem Bruch mit dem ÖIE Kärnten geführt, der nicht der Agentur beigetreten ist und auch nicht mehr im Bundesvorstand des Vereins Mitglied ist. Wirtschaftlich schwierige Zeiten im Jahr 2000 und interne Kommunikationsprobleme haben auch den Austritt einiger anderer Regionalvereine aus der Agentur verursacht. Konsolidierungsmaßnahmen, neue Projekte und Arbeitsfelder sowie ein wieder verstärktes Bekenntnis als politische NGO haben 2007 zum Wiedereintritt der meisten Regionalstellen in die Agentur geführt. Bei der Südwind Generalversammlung 2006 wurde beschlossen den Agentur Begriff nicht mehr offensiv zu führen, um den Charakter von Südwind als NGO wieder stärken zu betonen.

 

 

Tipps zum Weiterlesen:

aus dem Südwind Magazin Nr.10, Oktober 2004, zum Thema 25 Jahre Südwind (S.27-44), S.33:         
Ein Kind seiner Zeit von Brigitte Pilz

 

 

 

Kampagnen des ÖIE/ Südwind


Der Slogan „Jute statt Plastik“, der bereits im Jugendrat begonnenen und vom ÖIE fortgesetzten Aktion, ist bis heute ein Begriff. Viele Kampagnen wurden gemeinsam mit gleichgesinnten Organisationen und natürlich mit ÖEZA-Unterstützung durchgeführt. Einige sind besonders in Erinnerung geblieben:

  • 1979 Jute statt Plastik
  • 1980 Hunger ist kein Schicksal
  • 1982 Entwicklung statt Rüstung
  • 1986 Solidarisch handeln
  • 1987-1989 Die Dritte Welt ist auch die unsere
  • 1988 Beteiligung an der Nord-Süd-Kampagne des Europarates
  • 1990 Stimmen für den Regenwald
  • 1991-1993 Welt-Um-Welt
  • 1994-1996 Nachhaltig Wirtschaften
  • 1997  Bitter Orange
  • seit 1997 Clean Clothes Kampagne
  • 2001 bis 2003 Fairer Handel
  • 2003 Wasserkampagne
  • 2004 - 2006 MDGs do it! - Endlich Mut (Arge FIAN, Südwind)
  • seit 2005 Handeln für Eine Welt